Upcoming: Workshop Paket Körperarbeit für Profis

 

Think with your body

Das Workshop Paket Körperarbeit für Profis ist ein intensives Training für Schauspieler mit professioneller Ausbildung und Bühnenerfahrung, die ihre körperliche Präsenz erweitern und neue Zugänge zur Rollenarbeit entwickeln wollen.
Im Zentrum steht die Verbindung von Körperarbeit und Figurenentwicklung: Wie entsteht eine Figur aus dem Körper heraus? Wie verändern Haltung, Rhythmus, Impuls, Raum und physische Zustände die Arbeit an einer Rolle?
Die intensive Szenenarbeit wird durch körperlich fordernde Übungen und spezifische Trainingsmethoden ergänzt. Erarbeitete Techniken werden unmittelbar in konkrete Rollen, Szenen und Spielsituationen übertragen. Gewohnte Arbeitsweisen werden hinterfragt, körperliche Automatismen aufgebrochen und neue emotionale wie physische Zugänge erforscht.
Die Arbeit führt dabei bewusst über den geschützten Probenraum hinaus. Feldstudien und Training in unterschiedlichen, teilweise herausfordernden Umgebungen erweitern die Wahrnehmung und schulen Präsenz, Anpassungsfähigkeit, Reaktionsfähigkeit und körperliche Belastbarkeit.

Gesucht sind Schauspieler, die bereit sind, ihr Handwerk körperlich zu erweitern, Risiken einzugehen und nicht nur eine Figur darzustellen, sondern sie über den Körper zu erfahren.
Der Workshop-Block wird durch eine individuelle und ganzheitliche Begleitung ergänzt, die die persönliche wie künstlerische Entwicklung der Teilnehmer gezielt unterstützt.

8 Workshops zu je 3 Einheiten an Wochenenden - optimales Training für das Instrument Körper in der szenischen Arbeit für Bühne und Film!
Körperarbeit für Profis mit Pascal Groß

WANN: 1 x monatlich Oktober bis Mai
KOSTEN: 24 Einheiten € 599.-
TERMINE: 10.10., 14.11., 05.12.2026, 16.01., 27.02., 13.03., 10.04., 08.05.2027
ORT: Turnsaal creative cluster
Die Workshops sind aufbauend, daher nur als Gesamt-Paket zu buchen.

 

Der Körper als präzises Instrument

Körperarbeit ist kein Zusatz zum schauspielerischen Handwerk. Sie ist Teil davon. Noch bevor ein Wort gesprochen wird, kommunizieren Haltung, Atmung, Spannung, Rhythmus und Bewegung – und bestimmen, wie eine Figur im Raum und im Close-up gelesen wird.
Professionelle Körperarbeit schärft die physische Vorstellungskraft und erweitert die Möglichkeiten, Figuren und Lebenssituationen körperlich zu erforschen. Sie schafft Zugang zu unterschiedlichen Zuständen, Bewegungsqualitäten und Impulsen und ermöglicht es, Entscheidungen nicht nur intellektuell zu treffen, sondern körperlich zu verankern.
Auf der Bühne trägt körperliche Präsenz über Distanz und schafft unmittelbare Verbindung zum Publikum. Vor der Kamera wird dieselbe Präzision auf die kleinste Skala übertragen: Ein Atemzug, eine minimale Veränderung der Spannung oder ein kaum sichtbarer Impuls können eine Szene grundlegend verändern.
Ziel ist ein Körper, der zugleich wach, durchlässig, belastbar und präzise ist – ein Instrument, das nicht demonstriert, sondern unmittelbar reagiert.
Für Schauspieler, die ihr körperliches Handwerk vertiefen, ihre Ausdrucksmöglichkeiten erweitern und Präsenz nicht herstellen, sondern aus dem Moment heraus entstehen lassen wollen.

 

Dein Körper ist Teil deiner persönlichen Handschrift

Was eine Figur unverwechselbar macht, entsteht nicht allein aus Technik. Es entsteht aus dem, was du als Schauspieler mitbringst: deiner Biografie, deinen Erfahrungen, deiner Wahrnehmung, deinen Erinnerungen – und der Art, wie all das in deinem Körper eingeschrieben ist.
Haltung, Atmung, Muskeltonus, Rhythmus und Bewegungsmuster sind Ausdruck deiner persönlichen Geschichte. Sie prägen, wie du einen Raum betrittst, auf einen Impuls reagierst, Nähe zulässt oder Spannung erzeugst. Genau diese individuellen körperlichen Qualitäten machen deine Interpretation einzigartig.
Aktuelle Erkenntnisse aus Neurobiologie und Körperforschung zeigen, wie eng Erfahrung, Nervensystem und körperliche Reaktion miteinander verbunden sind. Für die schauspielerische Arbeit bedeutet das: Körperliche Muster sind nicht nur Ausdruck – sie sind Material.
In der Körperarbeit geht es darum, dieses Material bewusst wahrzunehmen, zu differenzieren und zu erweitern. Vertraute Reaktionsmuster werden erforscht, neue Bewegungs- und Ausdrucksmöglichkeiten entwickelt und körperlich verankert.
So entsteht größere physische und emotionale Flexibilität – und ein Schauspiel, das nicht aufgesetzte Technik zeigt, sondern aus einer präzisen, persönlichen Physis heraus entsteht.

Eine Figur beginnt beginnt im Körper: in Haltung, Spannung, Rhythmus, Gewicht, Atem und Bewegung. Die individuelle Physis wird zum Ausgangspunkt einer eigenständigen Interpretation.
Körperliche Impulse, Reaktionsmuster und Zustände werden als Material für die Rollenarbeit untersucht. Eine minimale Veränderung der Haltung kann eine Figur verschieben. Ein anderer Rhythmus verändert ihre Präsenz. Eine körperliche Entscheidung verändert die Beziehung zum Raum und zum Gegenüber.
Die Arbeit bewegt sich zwischen Schauspiel und Physical Theatre und verbindet Elemente aus Physiodrama, Judo, Shaolin Kung Fu und Kickboxen. Im Zentrum stehen körperliche Präsenz, nonverbale Kommunikation, Reaktion und die Entwicklung einer präzisen physischen Sprache.

 

 

Foto: © Max Topf